Doppelte Sicherheit durch Zusammenarbeit SBB und Militär

Entwicklung kennt keine Sicherheit.

Chinesisches Sprichwort

Die Militärische Sicherheit führt gemeinsam mit der Transportpolizei der SBB regelmässig Kontrollen im öffentlichen Verkehr durch. Am Freitag, 24. November endete die Rekrutenschule und mehrere tausend Soldaten traten den Heimweg an. Schweizweit waren 14 gemischte Patrouillen an den grossen Bahnhöfen und in den hoch frequentierten Zügen unterwegs, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Von Eve Hug

Am Freitag, 24. November war der letzte Tag der aktuellen Rekrutenschule und in der ganzen Schweiz wurden die Soldatinnen und Soldaten aus dem Dienst entlassen. Sie machten sich teils fröhlich, teils erleichtert, teils wehmütig auf den Weg nach Hause. Die meisten nutzten dafür die öffentlichen Verkehrsmittel. Um die Sicherheit an den meist frequentierten Bahnhöfen und in den Zügen zu gewährleisten, waren schweizweit 14 Patrouillen im Einsatz, bestehend aus je einem Militärpolizisten und einem Transportpolizisten der SBB. Die Kontrollen betrafen schwergewichtig die Bahnhöfe Lausanne, Fribourg, Bern, Thun, Luzern, Olten, Zürich, Chur und Bellinzona sowie die Hauptverkehrsachsen der SBB: Lausanne–Bern–Olten–Zürich–Chur und Tessin–Luzern–Zürich. Die meisten Zugreisenden reagierten positiv auf die Patrouillen und schätzten die zusätzliche Sicherheit, Ruhe und Ordnung im Zug. 

Die Schweizer Armee wird in der Öffentlichkeit vor allem dann wahrgenommen, wenn Soldatinnen und Soldaten in Uniform unterwegs sind. Ihr Verhalten – egal ob negativ oder positiv – prägt das vorherrschende Bild der Armee. Besonders bei der Heimreise nach geleistetem Dienst kommt es gelegentlich zu Beschwerden anderer Zugreisenden oder dem Zugpersonal der SBB. Die Soldaten feiern ihre Entlassung und schlagen in Einzelfällen etwas über die Stränge. Dieser Freitagnachmittag verlief jedoch erfreulich ruhig. Militärpolizistin Feldweibel Stefanie Käser war mit zwei Angehörigen der Transportpolizei am Bahnhof Bern unterwegs. Aufmerksam musterten sie die ankommenden Soldaten. Es obliegt der Verantwortung der Armee, dass alle Angehörigen der Armee gesund wieder aus dem Dienst nach Hause kommen. Die meisten Soldaten verhielten sich an diesem Nachmittag vorbildlich. Doch es gab auch eine Handvoll, die auffielen und daher näher kontrolliert wurden: beispielsweise ein Armeeangehöriger, welcher im Bahnhof rauchte oder ein paar Soldaten, bei denen das Tenü nicht korrekt war. Insgesamt jedoch alles Kleinigkeiten. 

Die Sicherheitskontrollen wirken in erster Linie präventiv. Durch die Polizeipräsenz verhalten sich die Armeeangehörigen entsprechend den Richtlinien. Wo dies nicht der Fall ist, greift die Patrouille korrigierend ein – in seltenen Fällen muss ein festgestelltes Fehlverhalten weiter gemeldet werden. Ein einziger Fall bedurfte etwas genauere Abklärungen an diesem Abend. Ein junger Mann fiel auf, weil er nicht im korrekten Tenü unterwegs war. Bei genauerem Hinsehen bemerkte Feldweibel Käser, dass der Name auf der Jacke nicht mit dem Namen auf dem Tarnanzug und erst recht nicht mit dem Namen auf der Identitätskarte überein stimmte. Zudem verfügte der Angehörige der Armee auch nicht über einen Marschbefehl und hatte damit keine Berechtigung, kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Die Militärpolizistin erfasste die Personalien des Soldaten – dieser muss nun mit einer Anzeige und entsprechenden Sanktionen rechnen. 

Die Durchführung von Kontrollen ist ein Auftrag des Chefs der Armee. Im Jahr 2017 fanden bereits zwei schweizweite Kontrollen statt sowie jeweils eine regionale Kontrolle in jeder der vier Militärpolizeiregionen. Am 24. November wurde die dritte nationale Kontrolle durchgeführt. Bei den Sicherheitskontrollen arbeitet die Militärpolizei immer eng mit der Transportpolizei der SBB zusammen. Diese Zusammenarbeit wird von beiden Seiten sehr geschätzt: einerseits wegen des Knowhow-Austauschs, anderseits konnte durch die Nutzung von Synergien die Anzahl Patrouillen verdoppelt werden. Auf diese Weise können an einem Nachmittag bis Abend rund 200–300 Armeeangehörige kontrolliert werden. Die festgestellten Verfehlungen betreffen in rund 20 Fällen das fehlerhafte Tragen der Uniform, seltener der Konsum vom Alkohol (durchschnittlich 5 Fälle) oder Marihuana (durchschnittlich 1 Fall). Es muss jedoch festgehalten werden, dass es sich dabei um eine absolute Minderheit handelt: 99% der kontrollierten Angehörigen der Armee verhalten sich absolut korrekt.

Quelle: Schweizer Armee

Bilder: Schweizer Armee

29.11.2017