Mit der F/A18 von der Überwachung zum aktiven Polizeidienst

Ich werde die Arbeiten ab 2020 so einplanen, dass Reparaturen weiterhin während dem Tag durchgeführt werden. In der Nacht haben die Mitarbeiter Zeit, die Büroarbeit zu erledigen.

Christian Duc

F/A-18 beim Start in der Dunkelheit

F/A-18 beim Start in der Dunkelheit

Zur Erhöhung der Sicherheit im Schweizer Luftraum wird bis Ende 2020 schrittweise der Luftpolizeidienst 24 eingeführt. Um auf den künftigen 24-Stunden-Betrieb optimal vorbereitet zu sein, übte die Luftwaffe vom Montag, 20. November von 8 Uhr bis Dienstag 20 Uhr während 36 Stunden den Dauerbetrieb. Dieser verlief nach Plan und zeigte, dass die Luftwaffe für die kommende Aufgabe bereit ist.

Seit dem 2. Januar 2017 stehen an 365 Tagen pro Jahr von 8 Uhr bis 18 Uhr zwei bewaffnete Flugzeuge der Luftwaffe bereit für einen Luftpolizei-Einsatz. Ausserhalb dieser Zeiten überwachen die Mitarbeiter der Einsatzzentrale Luftverteidigung in Dübendorf den Luftraum per Radar. Oberst Roland Gabriel, Chef Einsatzführung, ist im AOC für die täglichen Operationen der Luftwaffe zuständig und erklärt: «Bereits seit 2005 überwachen wir den Luftraum rund um die Uhr, hatten aber bisher ausserhalb der normalen Betriebszeiten der Luftwaffe keine Mittel, um im Bedarfsfall  eingreifen zu können.  Mit der Einführung des LP24 bekommen wir die Möglichkeit, mit unseren Kampfjets auch ausserhalb der normalen Betriebszeiten zu intervenieren. Dies führt zur Erhöhung der Sicherheit im Schweizer Luftraum.»

Im Gegensatz zu den Jetpiloten ist der 24-Stunden-Bereitschaftsdienst bei den Helikopterpiloten bereits seit 2002 Alltag. Dank der permanenten

Ein-Stunden-Bereitschaft konnten schon viele Personen mit der nur am Super Puma der Luftwaffe verfügbaren Infrarotkamera gefunden und gerettet werden. Das Know-how eines durchgehenden Bereitschaftsdienstes ist somit vorhanden, weshalb der LP24 voraussichtlich auch für die Jetpiloten reibungslos verlaufen wird.

Umstellung der Arbeitszeit nicht nur für Piloten

Am Montag, dem 20. November war ausnahmsweise auch nach 18 Uhr noch einiges los auf dem Militärflugplatz Payerne. Mechaniker und Piloten der Luftwaffe und diverse Mitarbeiter der Logistikbasis der Armee, der Führungsunterstützungsbasis der Armee und der Skyguide verbrachten die Nacht auf dem Flugplatz, um einen durchgehenden Betrieb von 36 Stunden sicherzustellen. Solche 36-Stunden-Bereitschaften wurden bereits zwei Mal durchgeführt und hatten zum Ziel, die Abläufe des LP24 durchzuspielen und Optimierungspotenzial aufzudecken. Die Umstellung von bisher einer Arbeitsschicht auf den Mehr-Schicht-Betrieb bringt personelle, infrastrukturelle und organisatorische Änderungsbedürfnisse mit sich. Dazu gehören die Prozesse der Arbeitsübergaben, da – anders als bisher – die angefangenen Arbeiten an die Mitarbeitenden der nächsten Schicht übergeben werden müssen. Zudem benötigt es den Ausbau von Aufenthalts- und Ruheräumen und die Einstellung von insgesamt rund 100 zusätzlichen Mitarbeitern bei Luftwaffe, Logistikbasis, Führungsunterstützungsbasis und Skyguide. So kann der permanente Schichtbetrieb ab Ende 2020 aufrecht erhalten werden.

Zusammen mit Arbeitskollegen und Piloten verbrachte auch Christian Duc an diesem Montag einige Zeit in einem Aufenthaltsraum auf dem Flugplatz Payerne. Er ist Chef der Instandhaltung Heizung, Ventilation, Klimatisierung und Sanitär und berichtet, dass er sich schon jetzt mit den kommenden Veränderungen auseinandersetzt: «Ich werde die Arbeiten ab 2020 so einplanen, dass Reparaturen weiterhin während dem Tag durchgeführt werden. In der Nacht haben die Mitarbeiter Zeit, die Büroarbeit zu erledigen.»

Laurent Carcer, Chef einer Mechanikergruppe, glaubt, dass «es eine Sache der Organisation ist, wie gut der 24-Stunden-Betrieb klappen wird. Klar ist, dass sich die Umstellung auch auf das Privatleben auswirken wird.»

An internationale Standards anpassen 

Laut Oberst Gabriel ist die 36-Stunden-Bereitschaft ohne Zwischenfälle verlaufen. «Für mich ist dies eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind für die nächsten Ausbauschritte des Luftpolizeidienstes 24.» Die Luftwaffe werde den LP24 in zwei Schritten weiter ausbauen: In den Jahren 2019 und 2020 werden täglich zwei bewaffnete F/A-18 von 6 bis 22 Uhr auf einer 15-Minuten-Bereitschaft stehen, ab Ende 2020 wird dies dann rund um die Uhr der Fall sein. «Der LP24 ist ein Top-Projekt des VBS, mit dem die Schweizer Armee internationalen Standards gerecht wird und somit die Sicherheit der Schweiz aktiv, glaubwürdig und permanent erhöht.»

Quelle: Schweizer Armee

Alle Bilder: Schweizer Armee

26.11.2017