Umweltmassnahmen sollen Klingnauer See noch schöner machen

Lieber Stauseen als Fernsehen.

Erhard Horst Bellermann

Übersicht über die geplanten Massnahmen zur Naturaufwertung am Klingnauer Stausee

Übersicht über die geplanten Massnahmen zur Naturaufwertung am Klingnauer Stausee

Bild ZVG Kanton Aargau

Im Rahmen der Neukonzessionierung des Kraftwerks Klingnau sind auch verschiedene Massnahmen zur Aufwertung der Umwelt im und rund um den Klingnauer Stausee vorgesehen. Die öffentliche Auflage zu diesen ökologischen Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen startet am 4. Dezember 2017 und dauert bis am 16. Januar 2018.

Anfang Juli 2015 endete nach 80 Jahren die Konzession für das Kraftwerk Klingnau. Der Kanton Aargau übte den Heimfall aus und schrieb die Konzession neu aus. Den Zuschlag erhielt ein Konsortium bestehend aus Axpo Power AG und AEW Energie AG. Die neu gegründete Aarekraftwerk Klingnau AG (AKA) mit Beteiligung der Axpo Power AG (60 Prozent) und der AEW Energie AG (40 Prozent) betreibt das Kraftwerk seit Anfang Juli 2015. Die AKA reichte Ende Juni 2017 das Konzessionsgesuch für die Wasserkraftnutzung bis 2075 ein. Die Neukonzessionierung ist unter anderem an die Umsetzung von ökologischen Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen gebunden, die Teil des Konzessionsgesuchs sind. An der Kraftwerksanlage selber sind, mit Ausnahme der vollständigen Sanierung der Fischaufstiegsanlagen, vorerst keine baulichen Massnahmen vorgesehen. Die Stromproduktion wird im bisherigen Umfang weiterbetrieben.

Die AKA hat die Massnahmen zur Aufwertung der Umwelt und den für die Bewilligung des Projekts notwendigen Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) im Austausch mit einer Begleitkommission erarbeitet, die aus Vertretern der betroffenen Gemeinden Koblenz, Klingnau, Döttingen, Böttstein und Leuggern, der Umweltschutzorganisationen, der Fischereivereine, der Wassersportvereine, der Landwirtschaft und des Unterlieger Kraftwerks sowie der kantonalen Behörden zusammengesetzt war. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) bescheinigt dem Vorhaben die Umweltverträglichkeit. Von den im Verfahren zur Neukonzessionierung anzuhörenden Bundesämtern, dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem Bundesamt für Energie (BFE), sind ebenfalls zustimmende Rückmeldungen eingegangen.

Die mit der Neukonzessionierung des Kraftwerks Klingnau verbundenen ökologischen Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen werden von der Gesuchstellerin finanziert. Es handelt sich um eine Reihe von Massnahmen in der unmittelbaren Umgebung des Klingnauer Stausees (siehe auch Übersichtskarte):

• Ufergestaltung Ifang: Gestaltung eines neuen Nebenarms der Aare

• Beobachtungsplattformen: Bau von drei neuen Beobachtungsbuchten am linken Seeufer

• Einrichten einer Nistwand für Uferschwalben

• Vitalisierung des linken und des rechten Sickergrabens sowie des untersten Abschnitts des Binnenkanals: Verbesserung der Längsvernetzung (Wiederherstellung der Durchgängigkeit für die Fischwanderung) und Aufwertung des Lebensraums

• Vitalisierung des Leuggernbachs: Neugestaltung des Mündungsbereichs zur Verbesserung der Längsvernetzung und Aufwertung des Lebensraums

• Neue Watfläche im Stausee auf einer Fläche von rund 80 x 100 Meter

• Uferstrukturierung Giriz: Abschnittweise Entfernung von harten Uferverbauungen, Schaffung von Buchten und Blocksteinbuhnen, Aufwertung des Lebensraums

Während der öffentlichen Auflage, vom 4. Dezember 2017 bis am 16. Januar 2018, können die entsprechenden Unterlagen zu den ökologischen Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen in den betroffenen Gemeinden sowie beim BVU in Aarau eingesehen werden.

Auflage bis Mitte Januar 2018

Ausserhalb des Konzessionsgesuchs und nicht Bestandteil der öffentlichen Auflage sind die Sanierungsmassnahmen, die vom Gewässerschutzgesetz vorgeschrieben sind und sich derzeit in Planung befinden. So wird der Fischaufstieg beim Kraftwerk verbessert und der Geschiebehaushalt saniert. Die Massnahme zur Geschiebesanierung ist notwendig, weil sämtliches Geschiebe wie Sand und Kies, das natürlicherweise im Fluss transportiert wird, durch die Stauhaltung des Kraftwerks zurückgehalten wird. Ohne Kies fehlen jedoch die wichtigen Laichhabitate für viele Fischarten.

Siehe auch Stausee Klingnau verhilft dem Aargau zu schwarzen Zahlen

Quelle: Kanton Aargau

2.12.2017

Klingnauer See

Bild ZVG Klingnau