Zweiter Standort für Aargauer HFGS

Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

Oscar Wilde

Der Regierungsrat unterbreitet dem Grossen Rat die Botschaft zum Verpflichtungskredit für die Errichtung eines zweiten Standorts für die Höhere Fachschule Gesundheit und Soziales (HFGS) zum Beschluss. Mit dem beantragten Verpflichtungskredit von knapp 4,6 Millionen Franken einmaligem und 430'000 Franken jährlich wiederkehrendem Aufwand sollen rund 2'300 Quadratmeter Fläche im Mediapark an der Bahnhofstrasse 102 in Aarau angemietet und für die Schulnutzung ausgebaut werden.

Die kantonal geführte Höhere Fachschule Gesundheit und Soziales (HFGS) Aarau verzeichnete in den vergangenen Jahren ein starkes Wachstum in allen drei Bildungsgängen Pflege HF, Operationstechnik HF und Sozialpädagogik HF. Dieses Wachstum wird sich laut Prognosen in leicht abgeschwächter Form fortsetzen. Dadurch werden die bereits heute ausgeschöpften Raumkapazitäten am Standort Südallee 22 in Suhr deutlich überschritten. Um dem anhaltenden Ausbildungsbedarf im Gesundheitswesen gerecht werden zu können, entschied der Regierungsrat deshalb, für die HFGS Räumlichkeiten an einem zweiten Standort zu suchen.

Grossmehrheitliche Zustimmung in der Anhörung

Die Standortsuche ergab als bestes Szenario die Anmietung von Räumlichkeiten im Mediapark an der Bahnhofstrasse 102 in Aarau, wo künftig der Bildungsgang Sozialpädagogik untergebracht werden soll. An der Anhörung, die im Herbst 2017 zu diesem Lösungsvorschlag durchgeführt wurde, nahmen die neun im Grossen Rat vertretenen Parteien, sieben Verbände und neun einzelne Institutionen aus dem Sozialbereich teil. Die Anhörungsteilnehmenden stimmten dem Vorschlag grossmehrheitlich zu. Einige, dem Vorhaben grundsätzlich zustimmende Anhörungsteilnehmende, äusserten sich jedoch kritisch zu den Kosten. Der Regierungsrat ist der Ansicht, dass die für den Kanton sehr vorteilhafte Kostenstruktur der HFGS die Investition in einen zentralen und attraktiven Standort in der beantragten Höhe rechtfertigt. Für Studierende an der HFGS fallen beim Kanton tiefere Kosten an als für Studierende an anderen Höheren Gesundheitsfachschulen. Zudem wurde die Qualität des Mieterausbaus aufgrund der auf 15 Jahre begrenzten Nutzungsdauer bewusst zurückhaltend gewählt und die ausgehandelten Mietkonditionen sind für den Kanton vorteilhaft.

Weiterführung der kantonalen Trägerschaft

Im Rahmen des Moduls "Reform der höheren Berufsbildung (Tertiär B)" aus der "Gesamtsicht Haushaltsanierung" des Regierungsrats wurde bei der Erarbeitung des Vorhabens auch die Frage der Trägerschaft der HFGS überprüft. Die Kostenanalyse ergab, dass die Weiterführung der kantonalen Trägerschaft gegenüber einer Aufhebung für den heute überblickbaren Zeitraum von 10 bis 15 Jahren deutliche Kostenvorteile für den Kanton Aargau aufweist. Die Anhörungsteilnehmenden folgten dieser Einschätzung fast ausnahmslos. Der Regierungsrat sieht deshalb vor, die kantonale Trägerschaft der HFGS beizubehalten.

Bezug ist für März 2019 geplant

Die Botschaft wird voraussichtlich im Juni 2018 vom Grossen Rat beraten. Bei Zustimmung sollen die Umbauarbeiten im Herbst 2018 beginnen. Der Bezug durch die HFGS ist für den März 2019 geplant.

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Unterlagen zur Botschaft GR 18.25

Quelle: Kanton Aargau

18.2.2018

Aargauer Parlament

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Bild ZVG Kanton Aargau