Deutlich mehr Rekruten wegen Reduktion der RS-Starts

Wir haben unseren Bedarf an Milizkadern abgedeckt.

Roland Hämmerli, Oberst im Generalstab

Die WEA beginnt zu greifen. Am Montag, 15. Januar, haben rund 10‘700 statt wie ein Jahr zuvor rund 6800 junge Schweizer Männer und Frauen ihre Rekrutenschule begonnen. Es ist die erste RS, welche nach den Bestimmungen der Weiterentwicklung der Armee (WEA) durchgeführt wird. So wird die Zahl der RS-Starts von drei auf zwei pro Jahr reduziert. Auch auf dem Waffenplatz Wangen a/A - Wiedlisbach herrschte mit dem Start der Rettungsrekrutenschule 75 Hochbetrieb.

Noch etwas ungelenk und zum Teil nervös stehen sie in der Mehrzweckhalle des Waffenplatzes Wangen an der Aare a/A, die rund 400 Rekruten der Rettungsrekrutenschule 75. Sie werden erfasst, kontrolliert und dann auf die beiden Kompanien aufgeteilt. Die Milizkader geben ihnen erste Anweisungen, stellen Fragen, schauen nach dem Rechten. Sie werden in den nächsten 18 Wochen die zentralen Aufgaben der Rettungstruppen – namentlich Katastrophenhilfe und Rettungseinsätze für zivile Behörden sowie die Bevölkerung – erlernen. Die jungen Männer und Frauen sind die ersten, welche die RS nach den Vorgaben der Weiterentwicklung der Armee (WEA) beginnen. Davon merkten die neuen Rekruten aber nicht viel, ausser dass sie in den ersten drei Wochen keine Märsche machen müssen und sie mit stetig steigenden Anforderungen an den militärischen Alltag herangeführt werden, sagt der neue Schulkommandant, Oberst im Generalstab Roland Hämmerli, der diesen Monat das Kommando offiziell übernimmt.

Die Umstellung war jedoch für das Berufspersonal eine Herausforderung, die sie gemeistert hätten, so Hämmerli. «Wir haben unseren Bedarf an Milizkadern abgedeckt». In der Vergangenheit sei ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kadern und Rekruten manchmal schwierig zu erreichen gewesen. Das habe auch mit den grossen Schwankungen zu tun. Während einmal nur 320 Rekruten begrüsst wurden, konnte die nächste Schule deren 420 aufweisen. Nach dem neuen System sollte es nur noch leichte Schwankungen geben – er erwartet für die RS im Sommer 440 Rekruten.

Zwei statt drei Startdaten

Dass es neu pro Jahr noch zwei statt wie bisher drei Startdaten für die Rekrutenschulen gibt, sei für das Berufspersonal in den Querschnittsfunktionen möglicherweise eine gewisse Entlastung. «Das bringt Ruhe rein. Früher war es so, dass wir eine Überlappung zweier Schulen hatten», so Hämmerli. Das hiess: Ein Teil der Mitarbeitenden war in der Endphase der einen Rekrutenschule und der Rest gleichzeitig für die Unteroffiziersschule und die neue Rekrutenschule eingesetzt. Der Chef Logistik musste zum Beispiel Material ausgeben, während die «alte» Schule noch in der Materialrückgabe war.

Hämmerli stellt auch schon fest, dass die verbesserte Kaderausbildung, ein besonderes Anliegen der WEA, zu greifen beginnt. Stabsadjutant Marco Eggenschwiler bestätigt: «Unsere Milizkader, die zuvor eine ganze RS absolviert haben, verfügen über mehr Kenntnisse, sind sicherer und erfahrener.» Früher seien sie immer wieder mit Fragen und Sorgen zu ihnen gekommen. «Dass sie nun mehr Sicherheit haben, entlastet den Lehrkörper und befähigt die Kader, ihre Verantwortung besser wahrzunehmen.» Die Umstellung bedeute für die Milizkader auch Einiges an Anpassung, fügt Wachtmeister Dario Meyer an. Er verdient in Wangen seinen Grad ab. Er musste sich neue Reglemente, neue Begrifflichkeiten und Vorgehensweisen aneignen. «Allerdings wurden wir sehr gut darauf vorbereitet und wissen, was auf uns zu kommt. So können wir unsere Lektionen nun optimal planen.»

Quelle: Schweizer Armee

Bilder ZVG: Schweizer Armee

16.1.2018

Frauen in der Armee

Unter den 400 Rekruten in der Rettungsrekrutenschule 75 in Wangen sind aktuell neun Frauen. Im Kader finden sich laut Schulkommandant Roland Hämmerli ausserdem ein Leutnant und sechs Unteroffiziere weiblichen Geschlechts. Dass Frauen in der Armee Dienst tun, begrüsse er durchaus, betont Hämmerli. Insgesamt werden von den insgesamt 10700 erwarteten Rekruten rund 120 Frauen in den nächsten Wochen ihre Rekrutenschule absolvieren. Vor einem Jahr waren rund 100 Frauen und 6700 Männer in die Rekrutenschulen eingerückt.

Rettungs-RS 75