GeoMol – Geologisches 3D-Modell für das Mittelland

Es ist nicht an der Zeit, sich auf den Lorbeeren auszuruhen.

Brigadier Heinz Niederberger, Kommandant BUSA

GeoMol

GeoMol

Bild ZVG Schweizer Armee

Die Landesgeologie von swisstopo hat im Rahmen des Projekts GeoMol ein 3D-Modell des Molassebeckens vom Genfer- bis zum Bodensee erarbeitet. Es zeigt den geologischen Aufbau unter dem dicht besiedelten Mittelland. swisstopo hat das Projekt in Zusammenarbeit mit den Kantonen, Hochschulen und Fachorganisationen realisiert. Ebenfalls beteiligt waren die Fachstellen für Geologie in Baden-Württemberg und Frankreich.

Die oberste Lage des 3D-Modells entspricht der Erdoberfläche und beruht primär auf den bestehenden geologischen Karten und dem digitalen Höhenmodell von swisstopo. Für den tiefen- und volumenmässig grössten Anteil des Modells wurden seismische Daten (aneinandergereiht rund 5000 Kilometer) und die Daten von über 60 Tiefbohrungen verwendet. Diese wurden im Laufe der letzten 50 Jahren von diversen Öl- und Gasexplorationsfirmen aufgenommen und dem Projekt GeoMol zur Verfügung gestellt. Sie haben einen grossen Beitrag geleistet, damit die dreidimensionale Darstellung von geologischen Schichten und Störungen im Untergrund realisiert werden konnte.

Ein 3D-Modell mit breitem Nutzen

Die Anwendungsmöglichkeiten eines 3D-Modells sind vielfältig. Eine verlässliche Darstellung des Untergrunds hilft zum Beispiel bei der Förderung und Gewinnung von mineralischen Rohstoffen und bei der Tiefenlagerung radioaktiver Abfälle. Bereits im Einsatz steht GeoMol bei der Projektleitung von Cargo sous terrain oder den Fachleuten der Geothermie-Projekte in der Westschweiz. GeoMol spielt auch eine Rolle in der Raumplanung. Mit steigender Nachfrage nach der Nutzung des Untergrunds treten vermehrt raumplanerische Fragen in den Vordergrund. Als nächsten Schritt erarbeitet die Landesgeologie Temperaturmodelle des Untergrunds, die in das geologische 3D-Modell einfliessen werden. Damit kann GeoMol dereinst als Planungsinstrument für die Nutzung von Erdwärme und Geothermie dienen. Denkbar sind auch Anwendungsbereiche wie die CO2-Speicherung im Untergrund oder das Darstellen von Erdbebenrisiken.

Publikation des Schlussberichts GeoMol

Der Bericht GeoMol ist in der praxisnahen Schriftenreihe «Berichte der Landesgeologie» erschienen und im Shop von swisstopo für CHF 50.– in Deutsch erhältlich (französische Version ist ab April 2018 als PDF erhältlich). Die Publikation umfasst den Textband, drei Profiltafeln und einen Datenträger mit PDF-Dateien (Berichte der Landesgeologie, Nr. 10, 2017 ISBN-Nummer: 978-3-302-40109-6. Autoren: R. Allenbach, R. Baumberger, E. Kurmann, C. S. Michael & L. Reynolds).

GeoMol ist das Resultat einer breiten Zusammenarbeit

Inhaltliche Beiträge geleistet haben die Aktiengesellschaft für schweizerisches Erdöl (SEAG), die Nagra, die Universitäten Genf, Freiburg, Bern, Basel, die ETH Zürich und die St. Galler Stadtwerke. Weitere Partner sind das Museum des Kantons Waadt, die SBB und Swissgas, und Fachleute vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg (LGRB Deutschland) sowie dem Bureau de recherches géologiques et minières (BRGM Frankreich). Fast alle Kantone trugen als Datenlieferanten massgeblich zum Gelingen des Projekts bei. Ermöglicht wurde das Projekt mit der finanziellen Unterstützung von den Bundesämtern BAFU, BFE, ARE, swisstopo und den Kantonen AG, FR, GE, LU, SO, VD und ZH.

Weiterführende Links

Informationen GeoMol

Shop swisstopo

Quelle: Schweizer Armee

19.2.2018