PyeongChang 2018: Olympioniken sind bereit

Ich bin beeindruckt.

Korpskommandant Aldo C. Schellenberg, Kommandant des subsidiären Sicherungseinsatzes der Armee

72 von 171 Athletinnen und Athleten profitieren von der Armee

171 Athletinnen und Athleten vertreten die Schweiz an den Olympischen Winterspielen in PyeongChang (SKor), die vom 9. bis 25. Februar 2018 ausgetragen werden. In der bislang grössten Schweizer Winterdelegation sind 12 Sportlerinnen und 60 Sportler, die in der Olympia-Vorbereitung mit bis zu 130 Diensttagen in den Genuss der Spitzensportförderung der Armee kamen.

Neun der zehn Zeitmilitär-Spitzensportler von Wintersportarten schafften den Sprung nach PyeongChang, als einziger fehlt der Langläufer Gianluca Cologna, der jüngere Bruder von Dario. Dazu kommen neun Sportsoldatinnen und 54 Sportsoldaten. Sie vertreten nicht weniger als 15 Sportarten; Snowboard/Freestyle sind mit je 8 Wettbewerben vertreten, Ski alpin (Frauen und Männer) sogar mit elf. Darum stellt Swiss-Ski mit total 95 Athletinnen und Athleten den Hauptharst, davon sind 53 militarisiert (42 Männer und 11 Frauen). Bei der Eishockey-Nationalmannschaft haben neun der 25 Spieler die Spitzensport-RS absolviert.

Mehr als eine Hand voll Medaillenanwärter

Swiss Olympic erwartet in PyeongChang 11 Medaillen oder mehr. Auf die Frage, was er an den Olympischen Spielen erwarte, antwortet praktisch kein Athlet, er wolle Gold gewinnen. Aber im Hinterkopf haben es doch einige. Und einige der von der Armee unterstützten Athletinnen und Athleten haben sich mit ihren Leistungen im Laufe der Olympiasaison geradezu in die Favoritenrolle gedrängt: Allen voran der der dreifache Olympiasieger Dario Cologna, der bei der Olympia-Hauptprobe in Seefeld, das 15-km-Verfolgungsrennen dominierte. Der aktuelle Weltmeister und Zeitmilitär-Spitzensportler Luca Aerni zählt in der alpinen Kombination zum Favoritenkreis. Bei den alpinen Frauen können Denise Feierabend, Jasmin Flury und Michelle Gisin vorne hineinfahren. Für eine Medaille gut sind die Skicrosser Alex Fiva, Armin Niederer und Marc Bischofberger. Und – falls er rechtzeitig wieder gesund wird – der Olympia-Sieger von Sotschi, der Snowboarder Iouri Podlatchikov. In den Sportarten Snowboard/Freestyle und deren Disziplinen sind neben Podlatchikov einige für vordere Plätze gut: Nelvin Galmarini (Silber in Sotschi), Patrick Burgener, Jonas Bösiger, Elias Ambühl, Fabian Bösch und weitere. Noch nicht auf Touren kamen in dieser Saison die Zeitmilitär-Spitzensportlerinnen Patrizia Kummer (Olympiasiegerin in Sotschi) und Julie Zogg. Medaillenchancen besitzen auch die Curler um Skip Peter De Cruz.

Simon Ammann 2004 in der ersten Spitzensport-RS

In Sotschi 2014 ist Simon Ammann «abgestürzt». Der Doppel-Doppel-Olympiasieger (Salt Lake City 2002 und Vancouver 2010) hat seinen Militärdienst zwar beendet, aber er hat 2004 die erste Spitzensport-RS nach dem aktuellen Format absolviert. Die Leistungen des 36-jährigen Toggenburgers gingen zuletzt nach oben. Er ist ebenso für eine Überraschung gut, wie das Eishockey-Nationalteam, das in Abwesenheit der NHL-Cracks mit einer Medaille liebäugelt.

Bis zu 130 Tage pro Jahr

Die Spitzensportförderung der Armee besteht aus den drei Gefässen Spitzensport-RS, Spitzensport-WK und Zeitmilitär-Spitzensportler. Nach absolvierter Spitzensport-RS haben die Sportsoldatinnen und -soldaten, die Möglichkeit bis zu 130 Diensttage (30 anrechenbare und maximal 100 freiwillige) für Training und Wettkampf im In- und Ausland einzusetzen. Neu können auch militarisierte Trainer und Betreuer von dieser Regelung profitieren.

Quelle: Schweizer Armee

Video ZVG: Swiss Olympic

4.2.2018

Fördergefässe der Armee

Die Armee stellt mit dem Bundesamt für Sport (BASPO) mit der Spitzensport-RS, den Spitzensport-WK und den Zeitmilitär-Spitzensportler-Stellen drei Fördergefässe zur Verfügung. Diese erlauben es Athleten mit internationalen Ambitionen, Militärdienst und Sportkarriere unter einen Hut zu bringen. Die Selektion der Rekruten und Rekrutinnen erfolgt in Zusammenarbeit zwischen dem jeweiligen Sportverband, Swiss Olympic, dem BASPO und dem Kommando der Spitzensport-RS. Die Wiederholungskurse (WK) werden nach der RS für die Vorbereitung auf internationale Wettkämpfe (Olympische Spiele, Welt- und Europameisterschaften) genutzt. Die Anstellung als Zeitmilitär erfolgt im Olympiazyklus in der Regel für vier Jahre. Die 18 Stellen mit 50-Prozent-Pensen besetzt die Armee in Zusammenarbeit mit dem BASPO und Swiss Olympic.

Spitzensport in der Armee

Blick hinter die Kulissen: Umkleben der Schweizer Bobs