Waffenplatz Jassbach verdoppelt die Aufnahmekapazität

Patrik Anliker, Oberst im Generalstab

Der Zeitplan war von Beginn an sportlich. Aber wenn wir nicht rechtzeitig fertig geworden wären, hätten wir mit der nächsten Rekrutenschule ein Problem bekommen.

Patrik Anliker, Oberst im Generalstab

Ab 1. Januar 2018 steht dem Waffenplatz Jassbach in der Emmentaler Gemeinde Linden ein Neubau zur Verfügung, in welchem bis zu 200 zusätzliche Rekruten schlafen und verpflegt werden können. Wegen der Weiterentwicklung der Armee hatte der Kaserne ein akuter Bettenengpass gedroht.

Im Zug der Weiterentwicklung der Armee (WEA) belegen zukünftig nicht mehr wie bisher drei sondern nur noch zwei Rekrutenschulen pro Jahr den Waffenplatz Jassbach in der Gemeinde Linden. Im Gegenzug steigt die Zahl der untergebrachten Rekruten rasant an: von heute rund 180 auf neu gegen 350 Personen pro Schule. Im Rahmen einer Sommer-RS können bis zu 400 Personen auf Platz sein, die untergebracht und verpflegt werden müssen. Um für die zusätzlichen Rekruten Platz zu schaffen, haben die Schweizer Armee und armasuisse Immobilien vor drei Jahren mit der Ausbauplanung für die Kaserne begonnen. Das Parlament bewilligte 2016 einen Kredit in Höhe von 17 Millionen Franken. Er wird eingehalten werden können.

Der Neubau wurde am Mittwoch, 20. Dezember seinen Nutzern und Mietern übergeben. Das neue Gebäude stellt nun zusätzlichen Platz für rund 200 Personen zur Verfügung: Schlafräume für vier bis zwölf Personen im Truppenlager-Standard, also mit Doppelstockbetten, sanitäre Anlagen sowie ein Verpflegungszentrum, das für bis zu drei Mal 450 Mahlzeiten pro Tag ausgelegt ist. Der Esssaal kann unterteilt und auch als Theorie- und Multimediaraum verwendet werden. Ausserdem sind im Neubau ein Kommandoposten, sowie Büro-, Sitzungs- und Lagerräume eingerichtet. Die neue Unterkunft wird für den Beginn der nächsten Rekrutenschule am 15. Januar bezugsbereit sein, sagt Oberst im Generalstab Patrik Anliker, Kommandant EKF Schule 64. Der Bau wurde nach den Energievorgaben MINERGIE P eco aus vorgefertigten Modulen und mit hohem Holzanteil während einer kurzen Bauzeit von genau einem Jahr erstellt. «Um diese Kapazitätsverdoppelung zu bewältigen, mussten auch die übrigen Infrastrukturen ausgebaut werden», ergänzt Erich Reber, Projektleiter des Bauherrn armasuisse Immobilien. Für die elektrische Versorgung wurde eine neue Trafoanlage und für die Wasserversorgung ein neues Reservoir erstellt. Während der Arbeiten lief der Betrieb auf dem Waffenplatz wie gewohnt weiter. Schulkommandant Anliker führt die Einhaltung des Zeitplans vor allem auf die effiziente Projektplanung und gute Zusammenarbeit der Beteiligten zurück.

Kein Platz zum Ausweichen

Der Ausbau war dringend nötig geworden, so Anliker, da in der Umgebung die Infrastrukturen fehlen, um bei Bedarf zusätzliche Personen unterzubringen. «Ich kann hier nicht auf zivile Ersatzunterkünfte wie zum Beispiel grössere Zivilschutzanlagen ausweichen. Es gebe schlicht keine. Ausserdem wäre eine Auslagerung auch mit einem grossen Mehraufwand verbunden. Deshalb habe es geeilt, und er sei froh, dass die zeitlichen Vorgaben weitgehend eingehalten werden konnten. «Der Zeitplan war von Beginn an sportlich. Aber wenn wir nicht rechtzeitig fertig geworden wären, hätten wir mit der nächsten Rekrutenschule ein Problem bekommen», vermutet Anliker.

Quelle: Schweizer Armee

Bilder ZVG: Schweizer Armee und Swisstopo

7.1.2018

Der Waffenplatz Jassbach