Manor Food setzt dem Olivenöl-Betrug ein Ende

Gesetz über Olivenöl respektieren

Uns bleiben gar keine anderen Möglichkeiten, wenn wir das neue Schweizer Gesetz über Olivenöl respektieren wollen. Das ist für Manor Food eine Selbstverständlichkeit.

Cyril Imbert, Olivenöl-Einkäufer Manor Food

Manor Food

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Bild ZVG Manor Food

Wenn Sie qualitativ hochwertiges Olivenöl mögen, sich aber nicht sicher sind, bei welchem Discounter Sie dies auch tatsächlich erhalten, sollten Sie ab 3. April 2018 eine der Manor Food-Filialen besuchen. Denn ab diesem Tag startet Manor Food den Verkauf des schweizweit ersten offiziellen VERGINE OLIVENÖLS mit einer Rabattaktion von 20 Prozent.

Das Olivenöl «La Aldea de Don Gil» vom spanischen Produzenten «Aceites Aroden Hispania» wird das bereits jetzt schon umfangreiche Olivenölsortiment von Manor Food ergänzen. «Die Literflasche wird in allen Manor Food-Filialen der Schweiz für unter 13 Franken erhältlich sein», wie Cyril Imbert, der zuständige Olivenöl-Einkäufer bei Manor Food, sagt.

«Wir setzen damit unser ambitioniertes Olivenölprojekt fort, welches wir im Frühsommer 2016 mit Unterstützung des Olivenölkompetenzzentrums evoo ag aus Sempach gestartet haben. In diesem laufenden Prozess werden wir unser Olivenölsortiment bereinigen, um den Qualitätsansprüchen der Konsumentinnen und Konsumenten gerecht zu werden.» Mit diesen Worten erklärt Imbert die langfristige Strategie von Manor Food bezüglich Olivenöl.

Moment mal, werden Sie sich jetzt denken, Vergine Olivenöl gibt's doch in jedem Supermarkt zu Hauf in überfüllten Regalen. «Nein», sagt Silvan Brun vom Olivenölkompetenzzentrum evoo ag aus Sempach energisch und fügt hinzu:

«Vergine Olivenöl gab es in der Schweiz bislang offiziell noch nicht!»

Silvan Brun – CEO evoo ag

Silvan Brun – CEO evoo ag

Silvan Brun an einem Olivenöl-Vortrag im Luzerner KKL. Bild ZVG evoo ag

Basta! Und Brun legt grossen Wert auf das Wort «offiziell». Inoffiziell gibt es diese Olivenöle in der Tat, doch sind sie eben falsch beschriftet, was die Güteklasse anbelangt. Der grösste Teil der im Schweizer Detailhandel in Flaschen erhältlichen Olivenöle sind mit dem Aufdruck «Extra Vergine» (Deutsch: Nativ extra) versehen und gehören damit gemäss Etikette der ersten Güteklasse an. Nur ein verschwindend kleiner Teil des Olivenölangebotes trägt die Sachbezeichnung «Olivenöl» ohne Zusatzbeschriftungen wie «Extra» und « Vergine».

Doch genau hier beginnt der Etikettenschwindel beim Olivenöl: Silvan Brun – und mit ihm die meisten seriösen Olivenölexperten rund um den Globus – gehen davon aus, dass über 80 Prozent der Olivenöle, die in der Schweiz (und nicht nur in der Schweiz!) als «Extra Vergine» angeboten werden, nicht der ersten Güteklasse angehören, die allein diesen Zusatz in der Beschriftung führen darf. Was übrigens schon mehrmals in der Sendung «Kassensturz» vom Schweizer Fernsehen thematisiert wurde. Leider bis jetzt erfolglos, weil der Staat als Gesetzgeber die von ihm selbst erlassenen Gesetze weder konsequent überprüft, geschweige denn durchsetzt.

«Ein Grossteil der fälschlicherweise als «Extra Vergine» angebotenen Olivenöle müsste deshalb gemäss geltendem Recht eigentlich in «Vergine» umbenannt, einige davon sogar zwingend aus den Regalen verbannt werden. Sie entsprechen schlicht und einfach nicht der angepriesenen ersten Güteklasse. Doch leider funktioniert der Gesetzesvollzug durch die dafür zuständigen Kantone bis jetzt nur unzureichend», erklärt Silvan Brun, CEO der evoo ag aus Sempach, weiter.

Manor Food setzt ein signifikantes Zeichen der Ehrlichkeit gegen den Etikettenschwindel

Mit dem ersten «Vergine Olivenöl» La Aldea de Don Gil geht Manor insofern ein Wagnis ein, weil nicht sicher ist, ob die Kunden ein Olivenöl, das ehrlich, fair, transparent und offiziell als Öl zweiter Güteklasse, die - notabene - die wenigsten als «Extra Vergine» etikettierten Schwindelöle überhaupt erreichen, akzeptieren werden. Auch dafür lieferte «Kassensturz» schon mehrfach eindeutige Beweise.

Schweizer Gesetz einhalten oder weiterhin schummeln?

La Aldea de Don Gil - Olivenöl

La Aldea de Don Gil - Olivenöl

Bild ZVG evoo ag

Manor Food ist sich dieses Risikos bewusst. Cyril Imbert meint dazu: «Uns bleiben im Preiseinstiegssegment gar keine anderen Möglichkeiten, wenn wir das neue Schweizer Gesetz über Olivenöl respektieren wollen. Das ist für Manor Food eine Selbstverständlichkeit. Die Transformation unseres Olivenölsortimentes während der letzten anderthalb Jahren zeugt davon. Wir haben heute das fortschrittlichste und ehrlichste Olivenölangebot der Schweiz. Darauf können wir stolz sein.»

Bleibt für die Konsumentinnen und Konsumenten nur zu hoffen, dass damit die anderen Discounter unter Zugzwang gesetzt werden, eine konsumentenfreundliche, ehrliche und faire Beschriftung ihrer Olivenölsortimente ebenfalls transparent zu kommunizieren. Denn Hand aufs Herz: es ist nun endlich an der Zeit, mit diesem Etikettenschwindel, den wir wirklich alle nun bis zur Genüge kennnen, ein für alle Mal aufzuhören. Lieber einen Liter Olivenöl für 13 Franken der Güteklasse «Native», die immer noch einem sehr guten Olivenöl entspricht, als drei Liter «Extra Vergine» in einem durchsichtigen Plastikbehälter für 19 Franken, die bestenfalls als Olio Lampante («Lampenöl») bezeichnet werden können, die wir im Alltag nicht mal als Motorenöl benutzen würden.

Letztendlich liegt es nun in den Händen der Konsumentinnen und Konsumenten, das Blatt zu wenden.

9.3.2018