August 2020: Schweizer Exporte überschreiten erstmals seit März wieder die 18-Milliarden-Franken-Marke

Bundesrat Ignazio Cassis

Da die Schweiz ein Volk von fleissigen Ameisen ist, ist es ihr gelungen, die Coronakrise zu bewältigen.

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Handel

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Symbolbild by Jarosław Bialik from Pixabay

Im schweizerischen Aussenhandel vermochten die Exporte im August 2020 ihren Erholungskurs fortzusetzen, während die Importe sanken. Mit einem Plus von 3,7 Prozent lagen die Ausfuhren dabei wieder über der 18-Milliarden-Franken-Schwelle. Die Importe verloren innert Monatsfrist wertmässig 1,8 Prozent und gingen auf 14,9 Milliarden Franken zurück. In der Handelsbilanz resultierte ein Überschuss von 3,4 Milliarden Franken.

Gesamtentwicklung

Die Erholung der Exporte bestätigte sich im August 2020: Mit saisonbereinigt + 3,7 Prozent (real: + 2,9 Prozent) wuchsen die Ausfuhren im dritten aufeinanderfolgenden Monat. Gegenüber dem Juli nahmen die Exporte um 657 Millionen auf 18,3 Milliarden Franken zu. Auf Seite der Importe zeigte sich indes ein Rückschlag, gingen doch die Einfuhren innert Monatsfrist um 1,8 Prozent zurück (real: - 1,3 Prozent). In den drei Monaten davor hatten jeweils noch deutliche Zuwächse resultiert. Die Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 3,4 Milliarden Franken.

Exportwachstum: Chemie-Pharma steuert zwei Drittel bei

Zwar verzeichneten fast alle Warengruppen einen Anstieg, dennoch entfielen zwei Drittel des Wachstumsbeitrages allein auf die chemisch-pharmazeutischen Produkte (+ 455 Millionen Franken). Hier fielen namentlich die um mehr als eine halbe Milliarde Franken gestiegenen Exporte von pharmazeutischen Wirkstoffen auf. Ferner wuchs der Versand von Bijouterie und Juwelierwaren (unter übrige Warengruppen) innert Monatsfrist um 115 Millionen Franken oder um 16,4 Prozent, wodurch deren Exporte stark aufwärts tendieren. Die Ausfuhren von Metallen (+ 7,1 Prozent), Maschinen und Elektronik (+ 2,2 Prozent) sowie von Uhren (+ 3 Prozent) befanden sich weiter auf Erholungskurs, wobei bei Letztgenannten die Wachstumsrate sichtlich niedriger ausfiel als in den drei Monaten davor.

Im August 2020 lieferte die Schweiz nach allen drei grossen Absatzmärkten mehr Güter. Dabei entwickelte sich der Versand nach Nordamerika mit + 14,0 Prozent (USA: + 804 Millionen Franken) sowie nach Asien mit + 10,8 Prozent dynamisch. Beide Absatzgebiete wiesen den dritten Monatsanstieg in Folge auf. Bei Asien fielen Japan und Hongkong auf, wohin je 30 Prozent mehr Waren gingen; addiert stiegen die Exporte um 256 Millionen Franken. Die Ausfuhren nach Europa erhöhten sich um 1,6 Prozent oder um 154 Millionen Franken. Während hier die Exporte nach Österreich, Italien und Frankreich um insgesamt 333 Millionen Franken wuchsen, sanken jene nach Russland (- 104 Millionen Franken). Das Absatzvolumen in Italien erreichte im August wieder das Niveau von Anfang Jahr 2020.

Rückläufige Importe: Chemie-Pharma und Europa im Mittelpunkt

Der Rückgang der Gesamtimporte rührte überwiegend vom hohen Minus bei den chemischpharmazeutischen Produkten (- 630 Millionen Franken) her; im Vormonat hatte noch ein deutlicher Anstieg resultiert (+ 9,4 Prozent). Hier sanken im August die Einfuhren von Medikamenten (- 434 Millionen Franken) und immunologischen Produkten (- 199 Millionen Franken) je um ein Fünftel. Ausserdem verringerten sich die Bezüge von Fahrzeugen (- 3,7 Prozent) sowie Maschinen und Elektronik (- 1,5 Prozent). Auf der Plusseite standen die Importe von Bijouterie und Juwelierwaren (+ 180 Millionen Franken), Metallen sowie Nahrungs- und Genussmitteln (unter übrige Warengruppen).

Bezogen auf die grossen Wirtschaftsräume beschränkte sich der Importrückgang auf Europa: So gingen die Einfuhren aus diesem Raum gegenüber Juli 2020 um 5,8 Prozent oder 632 Millionen Franken zurück. Der Fokus galt dabei den Ländern Deutschland, Österreich und Irland, woher die Schweiz im August für eine halbe Milliarde Franken weniger Waren (vor allem Chemie-Pharma) bezog. Dagegen expandierten die Importe aus Nordamerika um 6,0 Prozent und jene aus Asien um 5,6 Prozent. Bei Letztgenannten standen namentlich den Mehrimporten aus Vietnam (+ 158 Millionen Franken; Gebrauchsartikel aus Edelmetallen) rückläufige Einfuhren aus China und Singapur im Umfang von 113 und 69 Millionen Franken gegenüber. Nach ihrem Rekordergebnis im Mai dieses Jahres zeigten die Bezüge aus China nun im dritten Monat in Folge einen Rückgang.

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung

18.9.2020

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