Juli 2020: Schweizer Aussenhandel dank Uhren weiter auf Erholungskurs

Nicolas Hayek

Meistens ist es gut, genau das Gegenteil dessen zu tun, was Finanzanalysten raten.

Nicolas Hayek

Der schweizerische Aussenhandel setzte im Juli 2020 seinen Erholungskurs in beiden Handelsrichtungen fort. Während die Exporte saisonbereinigt um 1,1 Prozent auf 17,7 Milliarden Franken stiegen, erhöhten sich die Importe um 2,5 Prozent auf 15,1 Milliarden Franken. Trotzdem blieben die Ergebnisse erkennbar unter den Monatsniveaus vor Jahresfrist (exportseitig - 2,1 Milliarden und importseitig - 1,9 Milliarden Franken). Die Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 2,6 Milliarden Franken.

Gesamtentwicklung

Nach dem starken Anstieg der Exporte im Juni (+ 7,4 Prozent) setzte sich die Entwicklung im Juli 2020 mit saisonbereinigt + 1,1 Prozent (real: + 2,3 Prozent) fort. Innert Monatsfrist stiegen damit die Exporte um 201 Millionen auf 17,7 Milliarden Franken. Bei den Importen (+ 2,5 Prozent; real: + 1,1 Prozent) bestätigte sich ebenfalls das im Vormonat registrierte Wiedererstarken, erhöhten sich doch die Einfuhren um 364 Millionen auf 15,1 Milliarden Franken. In der Handelsbilanz resultierte ein Überschuss von 2,6 Milliarden Franken.

Exporte: Uhren und Bijouterie als Wachstumstreiber

Abgesehen von der umsatzgrössten Warengruppe, Chemie-Pharma, wiesen die Exporte in allen bedeutenden Sparten ein Plus auf. Im dritten aufeinander folgenden Monat legten die Exporte von Uhren markant zu; mit fast 1,6 Milliarden Franken näherte sich der Auslandumsatz dem Niveau von Februar dieses Jahres wieder an. Auch der Versand von Bijouterie und Juwelierwaren (unter übrige Warengruppen) wuchs innert Monatsfrist kräftig (+ 233 Millionen Franken). Maschinen und Elektronik sowie Metalle zeigten ebenfalls ihren dritten monatlichen Anstieg in Serie. Die Ausfuhren von Präzisionsinstrumenten entwickelten sich wie im Vormonat positiv (+ 7,1 Prozent). Bei den chemisch-pharmazeutischen Produkten (- 433 Millionen Franken) zog der Rückgang in der Sparte pharmazeutische Wirkstoffe (- 696 Millionen Franken) das Gruppenergebnis ins Minus.

Die Schweiz exportierte zwar nach allen drei grossen Absatzmärkten mehr Güter, allerdings blieb Europa (+ 0,8 Prozent) wachstumsmässig deutlich hinter den beiden anderen Märkten zurück. Der Versand nach Asien wuchs um 5,9 Prozent, nachdem im Vormonat bereits ein Plus von einem Fünftel resultiert hatte. Die höchsten Wachstumsbeiträge steuerten die Vereinigten Arabischen Emirate (Bijouterie und Juwelierwaren), Hongkong und Japan bei. Der Absatz in China glitt nach einem sehr starken Vormonat (+ 22,3 Prozent) um 5,7 Prozent zurück. In Nordamerika (+ 5,2 Prozent) war der Anstieg den um zwei Drittel gestiegenen Ausfuhren nach Kanada (+ 155 Millionen Franken; Pharma) zu verdanken. Derweil standen in Europa den Mehrlieferungen ins Vereinigte Königreich und Russland merklich rückläufige Exporte nach Deutschland und Spanien gegenüber.

Chemie-Pharma und Bijouterie als Pfeiler des Importanstiegs

Importseitig basierte der Gesamtanstieg in erster Linie auf den Mehrbezügen von chemischpharmazeutischen Produkten (+ 357 Millionen Franken) sowie Bijouterie und Juwelierwaren (+ 102 Millionen Franken). Erstgenannte wiesen das erste Plus seit März dieses Jahres auf. Der Anstieg war dabei produktmässig breit abgestützt. Die Einfuhren von Fahrzeugen setzten ihren Erholungskurs im dritten Monat in Folge fort, dies namentlich dank der nachholenden Nachfrage nach Personenautos (+ 79 Millionen Franken). Während die Metalle und Präzisionsinstrumente (übrige Warengruppen) ihre positive Entwicklung in den beiden Vormonaten bestätigten, rutschten die Importe der verbleibenden Warengruppen im Juli ins Minus. Zu diesen gehörte namentlich die Sparte Maschinen und Elektronik (- 1,1 Prozent).

Sichtlich differenziert zeigte sich die Importentwicklung nach den grössten Wirtschaftsräumen: Während die Einfuhren aus Europa um 6,9 Prozent und jene aus Nordamerika um 1,1 Prozent wuchsen, gingen die Importe aus Asien um 5,1 Prozent zurück. In Europa entfiel die Hälfte des Anstiegs allein auf die Mehrimporte aus Deutschland (+ 358 Millionen Franken); nennenswert ist zudem das Plus Österreichs (+ 96 Millionen Franken). Bei Asien belasteten die Minderbezüge aus Singapur, Japan und China von insgesamt einer Viertelmilliarde Franken das Kontinentsergebnis massgeblich; die Importe aus Japan entwickelten sich in den vergangenen Monaten im Übrigen äusserst volatil.

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung

21.8.2020

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