Kanton Aargau fordert von der SBB Ersatzmassnahmen zur Hauptverkehrszeit

Anita Weyermann

Gring ache u seckle.

Anita Weyermann

Aufgrund des Lokführermangels hält die SBB nicht nur an den bisherigen Einschränkungen im Bahnverkehr bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 fest, sondern lässt sogar noch weitere Verbindungen im Aargau ausfallen. Der Kanton nimmt die Massnahmen, die zum Teil zu massiven Reisezeitverlängerungen und zum Wegfall von direkten Verbindungen führen, enttäuscht zur Kenntnis. Er fordert Ersatzmassnahmen, die Aufrechterhaltung der Verbindungen zur Hauptverkehrszeit und wo nötig Sofortmassnahmen.

Die SBB hat gestern bekannt gegeben, dass die bisherigen Einschränkungen im öffentlichen Verkehr aufgrund des Lokpersonalmangels bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 gelten sollen. Der Kanton ist enttäuscht, dass die SBB die von Bund und Kanton bestellten Leistungen im regionalen Zugsverkehr auf der S28, der S29, der S42 sowie die Leistungen auf dem Interregio zwischen Basel und Zürich nicht in der geforderten Qualität gefahren werden können und zum Teil ganze Linien ausfallen.

Schon vor zwei Wochen hat der Kanton Aargau weitere Massnahmen infolge Personalmangel bei den Lokführerinnen und Lokführern befürchtet. "Mit den von der SBB beschlossenen Massnahmen, die zum Teil zu massiven Reisezeitverlängerungen und zum Wegfall von direkten Verbindungen führen, sind wir nicht zufrieden", sagt Stephan Attiger, Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt. Die SBB sicherte dem Kanton Aargau nach der Intervention durch Stephan Attiger zu, dass die Leistungen vollumfänglich, wie bestellt, ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 gefahren werden.

Längere Fahrzeiten und schlecht erschlossene Gebiete

Die von der SBB bis zum Fahrplanwechsel 2020 geltenden Massnahmen mit Ersatzbussen auf der S28 zwischen Zofingen und Lenzburg, die ausfallenden Verbindungen am Wochenende auf der S29 zwischen Turgi (via Aarau, Olten, Zofingen) und Sursee, die nur einmal pro Richtung verkehrende S42 zwischen Muri und Zürich sowie der Ausfall des Halbstundentaktes zwischen Basel–Frick–Brugg–Baden–Zürich(–Zürich Flughafen) sind für den Kanton Aargau und die Nutzerinnen und Nutzer sehr unbefriedigend.

Die Arbeitsplatzgebiete im Westen von Zürich sind mit dem Wegfall der Halte in Dietikon und Zürich Altstetten auf dem Interregio sowie der S42 stark davon betroffen. Auch im Fricktal sind die Arbeitsplatzgebiete mit der Reduktion des Fernverkehrs auf einen Stundentakt sehr schlecht erschlossen. "Eine gute Erreichbarkeit der Arbeitsplätze ist ein wichtiger Standortfaktor, der für die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons Aargau von grosser Bedeutung ist", betont Stephan Attiger.

Monitoring und Sofortmassnahmen, wo nötig

Der Kanton Aargau fordert für die Zeit des eingeschränkten Fahrplans ein umfassendes Monitoring und allfällige Sofortmassnahmen, falls die Ersatzangebote nicht wie geplant funktionieren oder es zu Überlastungen in den Bahnersatzbussen kommt. Weiter erwartet der Kanton Aargau von der SBB, dass die Gründe für den Lokpersonalmangel aufgearbeitet und die entsprechenden Massnahmen ergriffen werden, damit es künftig nicht mehr zu Fahrplaneinschränkungen wegen Personalmangel kommt. Die von Kanton und Bund bestellten Leistungen sind künftig in vollem Umfang und in der bestellten Qualität zu erbringen.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 gehen mit Ausnahme des durchgehenden Halbstundentakt auf der S1 zwischen Aarau und Zürich die letzten Massnahmen der S-Bahn Aargau 2016 ff in Betrieb. Der Grosse Rat hat dafür im Jahr 2014 einen Kredit von rund 40 Millionen Franken gesprochen. Gerade die bis Ende Fahrplanjahr eingeschränkt verkehrenden S28 und S29 waren Bestandteil der Fahrplanausbauten.

Quelle: Kanton Aargau

27.8.2020

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