Lukrative Selbstanzeigen für Aargauer Staatskasse

Hildegard Hilfiker, Präsidentin Theatergesellschaft Villmergen

Wir sind überwältigt.

Hildegard Hilfiker, Präsidentin Theatergesellschaft Villmergen

Goldesel

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Von Januar bis September 2018 haben sich 950 Personen im Kanton Aargau selbst angezeigt. Sie besitzen bisher unversteuertes Vermögen im Ausland. Vermögenswerte im Wert von rund 200 Millionen Franken wurden damit gemeldet, heisst es auf Anfrage beim Finanzdepartement. Bis Ende September konnten Steuersünder straffrei Vermögen im Ausland nachmelden, zum Beispiel bisher nicht deklarierte Liegenschaften.

Die Zahl der Selbstanzeigen ist im Kanton Aargau – wie in anderen Kantonen auch – in den Jahren 2017 und 2018 sprunghaft angestiegen. Im Vergleich zu den vorigen Jahren haben sich rund viermal mehr Steuersünder selbst angezeigt, wie das Finanzdepartement auf Anfrage von Radio SRF sagt.

2017 waren es 1113 Selbstanzeigen – in den ersten neun Monaten dieses Jahres waren es 950. Damit dürften die Zahlen bis Ende 2018 etwa das Vorjahresniveau erreichen. Grund für den Anstieg der Selbstanzeigen dürfte der Automatische Informationsaustausch (AIA) sein.

Steuergeld-Segen, Höhe noch unklar

Die Personen, die sich selbst angezeigt haben, müssen die bisher verschwiegenen Vermögenswerte nun versteuern – inklusive Verzugszinsen. Allerdings müssen sie keine Busse oder Strafe bezahlen. Von den zusätzlichen Steuereinnahmen profitieren sowohl der Kanton als auch die Gemeinden, wie das Aargauer Finanzdepartement erklärt. Allerdings lasse sich noch nicht beziffern, wie viel Steuergeld zusätzlich in die Kassen gespült werde.

Quelle: SRF

11.10.2018

Automatischer Informationsaustausch

Seit 2017 gilt zwischen EU-Ländern und der Schweiz der sogenannte Automatische Informationsaustausch (AIA). Ausländische Behörden melden den Schweizer Steuerbehörden die Vermögen von Menschen, die in der Schweiz leben und im Ausland Bankkonten, Wertschriften oder Immobilien besitzen.

Seit 2018 gilt dieser AIA nun auch für knapp 40 weitere Länder, darunter Russland, China, Singapur oder Monaco. Diese Staaten haben anfangs Monat zum ersten Mal Daten an die Schweizer Behörden geliefert.

Bis im September galt zudem die sogenannte kleine AIA-Steueramnestie. Steuersünder konnten ihre Vermögen im Ausland, die sie den Steuerbehörden hierzulande bisher verschwiegen hatten, straffrei nachmelden.