MELANI-Halbjahresbericht: Cybersicherheitslage während Corona

Wolfgang J. Reus

Und dann war da noch der schlechte Software-Ingenieur aus der Daten-Sicherung: Er kroch auf allen Viren.

Wolfgang J. Reus

Cyber-Kriminalität

Cyber-Kriminalität

Symbolbild by Gerd Altmann from Pixabay

Der 31. Halbjahresbericht der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI) befasst sich mit den wichtigsten Cybervorfällen der ersten Jahreshälfte 2020 in der Schweiz und international. Im aktuellen Bericht wird als Schwerpunktthema die Corona-Pandemie beleuchtet, die als Lockmittel für zahlreiche Cyberangriffe benutzt wurde.

Cyberakteure passen ihre Angriffe regelmässig an aktuelle Grossereignisse an, die eine grosse Medienpräsenz haben, wie beispielsweise Naturkatastrophen. Dies war auch bei der aktuellen Covid19-Pandemie im ersten Halbjahr 2020 der Fall. Ob mit falschen Versprechungen bezüglich Informationen zum Virus, zu Bestellmöglichkeiten von Masken während tiefer Lagerbestände oder Mitteilungen zu Online-Bestellungen – die Angreifer nutzten die verschiedensten Themen, um potenzielle Opfer zu betrügen oder Schadsoftware zu verbreiten. Im Halbjahresbericht werden die verschiedensten Arten von Cyberangriffen aufgezeigt, die in Zusammenhang mit der Pandemie erfolgt sind.

Industrielle Kontrollsysteme im Visier von Ransomware

Doch nicht alle Cyberangriffe stehen in Zusammenhang mit Corona. Im ersten Halbjahr konnte wiederum eine Zunahme von Angriffen mit Ransomware verzeichnet werden. Dabei verschlüsseln die Angreifer Daten und fordern vom Opfer entsprechendes Lösegeld für die Freigabe der Daten. Bisher hatten es Angriffe mit Verschlüsselungstrojanern auf die IT-Infrastruktur der Opfer abgesehen und Kontrollsysteme meist nur kollateral in Mitleidenschaft gezogen. Im ersten Halbjahr 2020 wurde nun eine Ransomware beobachtet, die eigens dazu entworfen worden war, Prozesssteuerungen bei Industriekontrollsystemen zu treffen. Solche Angriffe können verheerende Folgen für Unternehmen und Bevölkerung haben.

Nationale Anlaufstelle ist operativ

Seit Anfang dieses Jahres ist das Nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) zentrale Anlaufstelle für Wirtschaft, Bevölkerung, Behörden und Bildungsinstitutionen, wenn es um Cyberthemen geht. Die Anlaufstelle nimmt Meldungen über Vorfälle einheitlich entgegen, prüft diese, leitet sie an die entsprechende Stelle weiter und gibt den Meldenden Empfehlungen zum weiteren Vorgehen. Im ersten Halbjahr 2020 wurden insgesamt 5'152 Meldungen registriert. Mit über der Hälfte der Meldungen machten Betrugsversuche den grössten Anteil aus, davon betrafen alleine 825 Fälle E-Mails mit Vorschussbetrug. Die Statistik der eingegangenen Meldungen wird wöchentlich auf der Website des NCSC publiziert.

Hinweis

Der Halbjahresbericht MELANI erscheint zum letzten Mal unter diesem Namen. Mit Inkrafttreten der «Verordnung über den Schutz vor Cyberrisiken in der Bundesverwaltung» am 1. Juli 2020, ist MELANI Teil des NCSC geworden. Das NCSC wird daher auch der zukünftige Absender des Berichtes zu den wichtigsten Cybervorfällen sein.

31. Halbjahresbericht MELANI

Quelle: Eidgenössisches Finanzdepartement

30.10.2020

Diese Website benutzt Cookies, um Ihnen ein angenehmes Surfen durch unsere Sites zu ermöglichen. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.