Beurteilung des BAFU zu Mitholz: VBS sieht sich bestärkt

Bundesrat Guy Parmelin

Jetzt müssen wir dieses Kapitel abschliessen.

Bundesrat Guy Parmelin

Mitholz Räumung

Mitholz Räumung

Angehörige des Logistikbataillons 21 bereiten Material für den Abtransport vor. Bild ZVG Schweizer Armee

In seiner Beurteilung zum ehemaligen Munitionslager Mitholz bestätigt das Bundesamt für Umwelt (BAFU) die bisherige Einschätzung des VBS: Das Risiko für die Bevölkerung ist in einem nicht akzeptablen Bereich. Damit kann das VBS seine bereits aufgenommenen Arbeiten konsequent weiterführen, mit dem Ziel, das Risiko mindestens in den akzeptablen Bereich nach den Beurteilungskriterien zur Störfallverordnung zu senken.

Das BAFU kommt in seiner Beurteilung zum gleichen Schluss wie die Risikoanalyse des VBS: Das Risiko des ehemaligen Munitionslagers Mitholz liegt im nicht akzeptablen Bereich. Es stützt sich dabei auf ein unabhängiges, durch das deutsche Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut in Efringen-Kirchen erstelltes Gutachten.

Die Beurteilung des BAFU erfolgt gemäss dem normalen Vollzug der Störfallverordnung und war bereits im vergangenen Sommer angekündigt worden. Gemäss BAFU ist die Risikoanalyse des VBS plausibel. Als Fachstelle des Bundes für die Störfallvorsorge beantragt es dem VBS, das Risiko mindestens in den akzeptablen Bereich zu senken.

VBS begrüsst BAFU-Beurteilung

Der Bundesrat wurde an seiner Sitzung vom 10. April 2019 über die Beurteilung des BAFU zur VBS-Risikoanalyse informiert. Gemeinsam mit dem BAFU, dem Kanton Bern und der Gemeinde Kandergrund fand am 15. April 2019 eine Informationsveranstaltung des VBS für die Bevölkerung vor Ort in Mitholz statt, an welcher das BAFU und die Experten des Fraunhofer-Instituts ihre Ergebnisse präsentiert haben.

Das VBS begrüsst die Beurteilung des BAFU. Aufgrund der Bestätigung des nicht akzeptablen Risikos haben sich die vom Bundesrat, dem VBS und dem Kanton Bern getroffenen und eingeleiteten Massnahmen als richtig erwiesen. Die Beurteilung des BAFU bestätigt die Notwendigkeit, dass die Arbeiten betreffend Massnahmen zur Risikosenkung konsequent weiterzuführen sind.

Die zusätzlichen Erkenntnisse, dass ein 20 t TNT Szenario mit einem anderen Ereignisablauf und räumlich anders verteilten Gefährdungsbereichen als möglich erachtet wird, werden in den weiteren Arbeiten bezüglich Prüfung der Massnahmen zur Senkung des Risikos und der Notfallplanung des Kantons berücksichtigt.

Arbeiten laufen auf Hochtouren

Bereits im August 2018 hat sich die vom Bundesrat eingesetzte Arbeitsgruppe konstituiert und seither die Arbeiten in verschiedenen Bereichen vorangetrieben:

• Technische Untersuchungen: Für die Anlage wurde ein digitales 3D-Modell erstellt, das als wichtige Grundlage für weitere Untersuchungen dient. Ein demnächst vorliegendes geologisches Gutachten bestätigt die Annahmen aus der Risikobeurteilung des VBS ebenfalls. Die Experten von armasuisse Wissenschaft + Technologie führen laufend Untersuchungen an einzelnen Munitionsstücken aus der Anlage durch. Die bereits laufende Überwachung des Grundwassers wurde intensiviert und zusätzliche Probeentnahmestellen definiert.

• Massnahmen zur Senkung des Risikos: Um das Risiko auf ein akzeptables Mass zu senken, hat das VBS das Projekt "Variantenevaluation Mitholz" gestartet. Darin werden laufend Massnahmen für eine unmittelbare Risikominimierung und bis Mitte 2020 mögliche Varianten zur Senkung des Risikos eruiert. Basierend auf diesem Variantenfächer soll anschliessend über die umzusetzende Variante entschieden werden. Um eine möglichst umfassende Auslegeordnung zu erreichen, hat das VBS am 8. März 2019 einen Workshop mit Vertretern der involvierten Behörden, der regionalen Politik und mit Experten aus der Privatwirtschaft durchgeführt.

• Überwachungsmassnahmen: Im Aussen- und Innenbereich des ehemaligen Munitionslagers Mitholz wurden unter Einhaltung der nötigen Sicherheitsvorkehrungen verschiedene Systeme installiert. Damit können insbesondere Veränderungen der Temperatur, Gasentwicklungen oder Felsbewegungen gemessen werden.

• Notfallorganisation: Der Kanton Bern hat eine Notfallplanung erarbeitet. Die Bevölkerung wurde darüber am 5. Dezember 2018 informiert.

• Kommunikation: Die Information der Anwohnerinnen und Anwohner vom 15. April 2019 ist die vierte Veranstaltung dieser Art. Am 26. Januar 2019 ermöglichte es das VBS der Bevölkerung von Mitholz zudem, die Anlage zu besichtigen. Auf Wunsch der Gemeindebehörden publiziert das VBS seit Dezember periodisch einen Newsletter, mit dem es über die laufenden Arbeiten informiert.

Das VBS legt weiterhin grossen Wert darauf, die regionalen Behörden und die Bevölkerung laufend und direkt aus erster Hand zu informieren. Die entsprechenden Schritte werden jeweils mit der Gemeinde und der Regierungsstatthalterin abgesprochen.

Alle historischen und aktuellen Dokumente zu den Arbeiten im Zusammenhang mit dem ehemaligen Munitionslager Mitholz sind unter www.vbs.ch/mitholz öffentlich zugänglich. Die Sammlung wird laufend durch neue Unterlagen aktualisiert.

Quelle: Schweizer Armee

16.4.2019