Milizspezialisten der Armee sorgen am WEF für Sicherheit im Cyberraum

Wolfgang J. Reus

Und dann war da noch der schlechte Software-Ingenieur aus der Daten-Sicherung: Er kroch auf allen Viren.

Wolfgang J. Reus

HP Notebook

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Benutzer von IT-Systemen können selber am meisten zur Sicherheit beitragen, indem sie sieben einfache Regeln beachten. Bild ZVG HP

Wie im Luftraum und auf den Strassen gibt es während des World Economic Forum im Cyberraum ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Das Schutzdispositiv der Armee wird darum in diesen Tagen bedrohungs- und auftragsbezogen verdichtet und ausgebaut.

Für die Cybersicherheit der Armee ist auch während des Weltwirtschaftsforums die Führungsunterstützungsbasis zuständig. Sie schützt die Informatiksysteme und -netze der Armee und stellt einen reibungslosen Betrieb sicher.

Zu diesem Zweck rücken vor dem WEF Milizspezialisten der FUB nach Bern ins Hauptquartier ein. Sie sind im Zivilberuf in der Cybersicherheit tätig und bringen ihre Erfahrung dafür mit, die Durchhaltefähigkeit der Berufsorganisation der FUB sicherzustellen. Während andere Angehörige der Armee (AdA) draussen im Bündner Schneegestöber für die Sicherheit des WEF im Einsatz sind, arbeiten diese Spezialisten in Bern vor den Bildschirmen. Sie überwachen die Informatiknetze und -systeme der Armee, um das potenzielle Eindringen fremder Cyberakteure zu erkennen und bei Bedarf rasch zu handeln. Dafür braucht der Cyber-AdA seinen reichhaltigen Erfahrungsschatz. Er ist in der Lage, Anomalien zu erkennen und diese auch richtig zu interpretieren.

Die Absichten der Hacker

Das Vorgehen allfälliger Aggressoren gegen die Armee kann dabei unterschiedlich sein. Eine denkbare Variante ist eine sogenannte Distributed Denial of Service-Attacke (DDoS) mit dem Ziel, die Verfügbarkeit von Informationen zu verringern. Dabei wird ein Server mit Anfragen überflutet, bis dieser überlastet ist. Ein anderer potenzieller Angriff könnte eine Manipulation einer Website sein mit dem Ziel, die Glaubwürdigkeit der Organisation zu schwächen (sogenanntes Defacing).

Nebst der Beobachtung der armeeeigenen Systeme analysieren die Cyberspezialisten auch die Lageentwicklung im globalen Cyberraum. Sie erkennen so frühzeitig, falls es eine konkrete Bedrohung für die Armee und deren Auftragserfüllung geben sollte. Dazu arbeiten die Spezialisten der FUB auch mit anderen Organisationen wie zum Beispiel der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI) des Bundes zusammen.

Teil vom Lagebild

Alle Informationen aus dem Cyberraum werden an die Lageverfolgung des Kommandos Operationen der Armee geliefert, um das Lagebild für die Operationen zu vervollständigen. Die Cyberspezialisten sind ein integraler Bestandteil des Dispositivs, mit dem die Armee ihren Auftrag zugunsten des WEF erfüllen kann.

Quelle: Schweizer Armee

19.1.2019