Schweizer Armeeangehörige auf Friedensmission im Ausland

Brigadier Heinz Niederberger, Kommandant BUSA

Es ist nicht an der Zeit, sich auf den Lorbeeren auszuruhen.

Brigadier Heinz Niederberger, Kommandant BUSA

Seit 1953 engagieren sich Schweizer Armeeangehörige in Gebieten, die von Krieg und Konflikten geprägt sind – aktuell in insgesamt 19 Ländern auf vier Kontinenten. Dreh- und Angelpunkt für diese friedensfördernden Einsätze der Schweizer Armee ist das Kompetenzzentrum SWISSINT in Stans-Oberdorf, Nidwalden.

Sei es als Militärbeobachterin inmitten steil aufragender Bergspitzen im Kaschmir, als Datenbankspezialist der Minenräumung in der sandumwehten Weite der Westsahara oder als Kursleiter am Ausbildungszentrum für Friedensförderung in der feucht-tropischen Hitze Ghanas: In verschiedensten Funktionen leisten aktuell 270 Schweizerinnen und Schweizer einen freiwilligen Einsatz im Rahmen der militärischen Friedensförderung – in 19 Ländern, die sich auf vier Kontinente verteilen.

Grosse Einsatzvielfalt – seit 30 Jahren auch in UNO-Missionen

Eine Vielzahl dieser Missionen geschieht unter der Flagge der UNO – in diesem Jahr jährt sich das Engagement der Schweizer Armee in diesem Bereich zum 30. Mal. Die als Einzelpersonen in die multinational zusammengesetzten UNO-Missionen entsandten Schweizer Peacekeeper sind vor allem als Militärbeobachter, Stabsoffiziere oder im Minenräumungsprogramm der UNO tätig. Aktuelle Missionen sind jene im Nahen Osten, in der Demokratischen Republik Kongo, im Südsudan, Kaschmir, in Mali und in der Westsahara.

Das mit 190 Soldatinnen und Soldaten personell grösste Engagement ist dagegen das im Kosovo stationierte SWISSCOY-Kontingent (ab Oktober 2019 Reduktion auf 165). Es vereint somit auch die weiteste Bandbreite an Funktionen: Zentral sind dabei die Tätigkeiten der vier Liaison and Monitoring Teams, die den Kontakt zur Bevölkerung und zu Funktionsträgern aus verschiedensten Bereichen der Gesellschaft pflegen.

Dies macht sie, die sogenannten «Augen und Ohren» der multinationalen Kosovo Force (KFOR), zu einem Frühwarnsystem für das Kommando der Mission. Die seit 20 Jahren im Kosovo stationierte SWISSCOY erbringt zudem Leistungen im Lufttransport, der medizinischen Versorgung, in der Kampfmittelbeseitigung oder auch im Hauptquartier der KFOR. Zusammen mit den anderen beteiligten Nationen trägt sie so zu einem sicheren und stabilen Umfeld im Land bei.

Schweizer Armeeangehörige sind weiter an der EUFOR in Bosnien-Herzegowina beteiligt, übernehmen Kursleiter-Aufgaben an Ausbildungszentren für militärische Friedensförderung in Kenia und Ghana und vertreten die Schweizer Armee in den Hauptquartieren der UNO in New York und der OSZE in Wien. Darüber hinaus sind Schweizer Offiziere seit 1953 an der Demarkationslinie zwischen Süd- und Nordkorea stationiert. Dieses erste friedensfördernde Engagement im Ausland markierte auch die Geburtsstunde der schweizerischen militärischen Friedensförderung.

Friedensmissionen der Schweizer Armee

Friedensmissionen der Schweizer Armee

Die Aufgabe der Militärbeobachter ist unter anderem das Überwachen und Beobachten von Waffenstillstandsabkommen. Im Norden des Kaschmir führen ihre Patrouillen durch steile Bergspitzen.

Bild ZVG Schweizer Armee

Kompetenzzentrum SWISSINT: Dreh- und Angelpunkt

Allen Einsätzen gemein ist, dass ihre Fäden immer wieder in Stans-Oberdorf, im dort angesiedelten Kompetenzzentrum SWISSINT, zusammenlaufen. Hier werden die zukünftigen Peacekeeper rekrutiert, ausgerüstet und einsatzbezogen ausgebildet. Dabei werden nebst Selbst- und Kameradenschutz auch Ausbildungsinhalte vermittelt, die explizit auf die Spezifikationen eines Auslandseinsatzes eingehen: das Mine-Awareness-Training, interkulturelle Kom­petenzen, Rules of Engagement oder auch das Trainieren von Gesprächsführung sind einige Beispiele dafür.

Einmal «fit for the mission» werden die Peacekeeper je nach Funktion für sechs Monate oder ein Jahr in den Einsatz entsendet. Währenddem stehen sie in engem Kontakt mit dem Tactical Operations Center, das sich auch für die Lagebeobachtung und -beurteilung im jeweiligen Einsatzland verantwortlich zeichnet. Nach dem Einsatz hilft ein umfassendes Debriefing dabei, die Lehren aus den gemachten Erfahrungen zu verarbeiten – beispielsweise in der einsatzbezogenen Ausbildung, an der schon bald wieder neue Peacekeeper auf ihren Einsatz vorbereitet werden.

Kompetenzzentrum SWISSINT

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Quelle: Schweizer Armee

12.6.2019

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