Tag des offenen Archivs zum Thema «Fürsorgerische Zwangsmassnahmen» im Staatsarchiv Aargau

Johann Wolfgang von Goethe

Die Weltgeschichte sammelt auf unsre Kosten sehr grosse Schätze.

Johann Wolfgang von Goethe

Staatsarchiv Aargau

Staatsarchiv Aargau

Bild ZVG Kanton Aargau

In der Schweiz wird zurzeit ein schwieriges Kapitel der Sozialgeschichte aufgearbeitet. Bei Zehntausenden von Menschen wurden fürsorgerische Zwangsmassnahmen in verschiedenen Formen angeordnet oder Fremdplatzierungen vorgenommen. Das Staatsarchiv Aargau widmet dem Thema anlässlich des Tags des offenen Archivs am 16. November 2019 eine kleine Ausstellung und gibt mit Referaten Einblick in die Forschungsergebnisse der Expertenkommission.

Das Staatsarchiv hat als offizielle Anlaufstelle für über 500 Opfer die Aktenrecherche übernommen. Diese erfüllt vor allem zwei Zwecke: Zum einen benötigten Betroffene für das Gesuch um einen Solidaritätsbeitrag Schlüsseldokumente, welche die Opfereigenschaft der Gesuchstellenden belegen. Zum anderen ist es ein Bedürfnis vieler Opfer, ihre persönlichen Akten zu vervollständigen und Wissenslücken zu ihrer eigenen Lebensgeschichte zu vervollständigen. Sie wollen die Hergänge einer Fremdplatzierung nachvollziehen und in Gerichtsprotokollen nachlesen können, aufgrund welcher Ereignisse eine Massnahme angeordnet oder weshalb ihrem Vater und ihrer Mutter die elterliche Gewalt entzogen worden war. Eine Ausstellung im Lesesaal mit anonymisierten Originaldokumenten zeigt, wie Behörden und Institutionen argumentierten und handelten, und vermittelt Einblicke in die Schicksale von Opfern und ihren Familien.

Referate zur Geschichte der administrativen Versorgung

Ergänzt wird die Ausstellung am Tag des Archivs durch zwei Referate. Erst kürzlich hat die vom Bund eingesetzte unabhängige Expertenkommission (UEK) ihre Forschungsresultate zur Geschichte der administrativen Versorgung in der Schweiz publiziert und den Schlussbericht mit Empfehlungen der Öffentlichkeit präsentiert. Dr. Ernst Guggisberg und Dr. Kevin Heiniger haben in der Expertenkommission mitgewirkt und sind ausgewiesene Kenner des Themas. Sie präsentieren in ihren Referaten neuere Erkenntnisse zur Praxis administrativer Internierung sowie zu den Rahmenbedingungen fürsorgerischer Zwangsmassnahmen.

Quelle: Kanton Aargau

7.11.2019

Tag des offenen Archivs

  • Start 16.11.2019 / 13:30 Uhr

  • Ende 16.11.2019 / 17:00 Uhr

  • Ort Entfelderstrasse 22 (Buchenhof Turm C); 5000 Aarau

  • Die schweizerischen Archive haben in den vergangenen fünf Jahren einen grossen Beitrag zur Aufarbeitung der Fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 geleistet. Im Lauf dieses Jahres werden diese Arbeiten zu wesentlichen Teilen abgeschlossen sein.

  • In Referaten und Ausstellungen beleuchtet das Staatsarchiv am "Tag des offenen Archivs" das Thema "Fürsorgerische Zwangsmassnahmen" aus verschiedenen Perspektiven.

  • Der Eintritt ist kostenlos. Eine Anmeldung an staatsarchiv@ag.ch ist erwünscht.

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