Zofingen braucht eine eigene Regenmessstation

Oberst René Meier, Kdt der Flab Gr 33

Die Wetterlage ist schwierig wie nie zuvor.

Oberst René Meier, Kdt der Flab Gr 33

Regenmessstation

Regenmessstation

Eine vergleichbare Regenmessstation soll auf dem Werkhof-Areal in Zofingen installiert werden. Bild ZVG Stadt Zofingen

Jährlich investiert Zofingen in die Infrastruktur zur Abwasserbeseitigung. Mit der diesjährigen Tranche sollen eine Regenmessstation gekauft und das Wasser von zwei Altstadtbrunnen versickert werden. Ausserdem steht in der Altstadt die Sanierung von Kanalisationsleitungen an. Der Einwohnerrat entscheidet gemäss aktueller Planung am 11. Mai 2020 über den Kredit von CHF 400'000.

Die Stadt Zofingen finanziert seit 2010 mittels jährlichen GEP-Investitionstranchen Projekte der Abwasserinfrastruktur. Die vorgesehenen Massnahmen basieren auf den Vorgaben des generellen Entwässerungsplans (GEP), welcher die Grundlage für den Gewässerschutz auf regionaler und kommunaler Ebene darstellt. Die diesjährige Tranche von CHF 400'000 umfasst drei Massnahmen: Kanalsanierungen, die Versickerung von Brunnenwasser und die Anschaffung einer Regenmessstation.

Regenmessstation zur Optimierung des Abwassernetzes

Dank genauen und kontinuierlichen Messdaten einer lokalen Regenstation kann das Zofinger Abwassernetz weiter optimiert werden. Regendaten können auch als Starkregen-Alarmsystem für die Feuerwehr und für Infrastrukturverantwortliche dienen und sind nützlich für die Ermittlung des Bewässerungsbedarfs von Pflanzen.

Leider sind von den Starkregenereignissen vom Juli 2017 und vom Mai 2018 keine Regendaten für Zofingen verfügbar. Dies liegt daran, dass sich die nächstgelegenen Messstationen mit geeigneter Messgenauigkeit und Datenauflösung in Aarburg, Reiden und Suhr befanden und somit ausserhalb der für Zofingen relevanten Regenzellen. Damit künftige Starkregenereignisse direkt in die Berechnungen für die Kapazität des Abwassernetzes integriert und so mit den aufgetretenen Schadensereignissen verglichen werden können, ist die Anschaffung einer Regenmessstation für Zofingen nötig.

Bei der vorgesehenen neuen Regenmessstation handelt es sich um einen Behälter, welcher die Niederschläge auffängt. Dabei wird das Behältergewicht im Minutentakt aufgezeichnet. Die registrierten Daten werden alle zehn Minuten an das Datencenter des Kantons Aargau geschickt. Einmal im Datencenter angekommen, sind diese Daten auf www.ag.ch/envis online abrufbar und es können automatisierte Starkregenalarm-SMS verschickt werden. Die Onlineabfragen und die Alarm-SMS haben also eine maximale Verzögerung zum aufgezeichneten Ereignis von zehn Minuten.

Der Kanton hat sich bereiterklärt, die Messstation in den Datenpool der Kantonalen Regenmessstationen zu integrieren und übernimmt die Datenbewirtschaftung inkl. Onlineabfrage und Alarmsystem. Die wiederkehrenden Kosten für Zofingen belaufen sich somit auf wenige hundert Franken pro Jahr für Unterhalt und Strom. Die Anschaffung der Regenmessstation kostet rund CHF 17'000. Sie wird voraussichtlich auf dem Areal des Werkhofs Zofingen stationiert.

Brunnenwasser soll Bäumen nützen

Im Herbst 2019 wurde für den Überlauf des Thutbrunnens als Pilotprojekt die erste Brunnen-Versickerungsanlage in der Zofinger Altstadt gebaut. Wie erwartet kam in rund zwei Meter Tiefe erfreulicherweise eine sickerfähige Kiesschicht zum Vorschein, welche das abfliessende Brunnenwasser aufnimmt und dem Grundwasser zuführt. Dank der Versickerungsanlage wird das saubere Brunnenwasser nicht mehr in die Kanalisation geleitet und unnötigerweise von der ARA gereinigt. 2020 sind nun zwei weitere Versickerungsanlagen beim Chorplatz und beim Alten Postplatz geplant. Die Anlagen werden bewusst im Bereich von Stadtbäumen gesetzt, damit diese insbesondere in Trockenperioden vom versickernden Wasser profitieren können.

Kanalisationsleitungen werden von innen her saniert

Für das Jahr 2020 sind Kanalsanierungen von insgesamt 16 Leitungen in der Altstadt im Bereich Letzigasse, Gerbergasse, Pfistergasse und Vordere Hauptgasse vorgesehen. Es handelt sich um rund 60-jährige Leitungen, welche mittels Inliner renoviert werden. Dabei wird ein mit Polyesterharz getränkter Glasfaserschlauch in den Kanal eingezogen, aufgeblasen und mit UV-Lichtbestrahlung ausgehärtet. Mit dem Inliner-Verfahren können die Leitungen von innen her saniert werden. Dank dem muss die Kanalisation in den Strassen nicht freigelegt werden und es entstehen nur geringe Beeinträchtigungen für den Verkehr.

Bewilligt der Einwohnerrat im Mai den Kredit von CHF 400'000, erfolgt die Umsetzung soweit möglich im Jahr 2020.

Quelle: Stadt Zofingen

10.4.2020

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